8 Bit PseudoColor und der Unterschied zu TrueColor

PseudoColor ist eine Art der Farbverwaltung bei Unix-/Linux-Betriebssystemen. PseudoColor läuft in 8 Bit, was 256 Farben entspricht. Unter X11 (dem dafür zuständigen Protokoll in Unix-Systemen) ist jede Farbe nur von einer Anwendung nutzbar. Wenn ein weiteres Programm auf diese Farben zugreifen will, muss es entweder auf andere Farben ausweichen oder eine neue Farbtabelle anlegen.

Das X11-Protokoll wechselt dann bei einem Wechsel des im Vordergrund arbeitenden Programmes automatisch auf die dazugehörige Farbtabelle.

Unter PseudoColor sind den Pixeln auf dem Bildschirm nicht Farbwerte sondern Farbtabellenwerte zugeordnet. Damit verändert sich die Farbe der Anwendungen beim Wechsel der Farbtabelle und kann so bei im Hintergrund laufenden Applikationen zu Farbverfälschungen führen, wenn diese mit einer anderen Tabelle arbeiten.

Der große Vorteil hierbei besteht darin, das die Änderung der Farbtabelle durch die Hardware erfolgt. So muss der Bildschirminhalt nicht komplett neu generiert werden. Statt dessen wird beim Aufbau des nächsten Bildes einfach die neue Farbtabelle verwendet. Daher erfolgt die Umsetzung des Farbwechsels wesentlich schneller und die Prozesse sind nicht so rechenintensiv.

Bei höheren Farbtiefen (z.B. 24Bit) gibt es keine Farbtabellen mehr. Diese Art der Farbverwaltung wird dann TrueColor genannt. Hier gibt es rund 16 Millionen Farben, die ebenfalls von allem Applikationen gemeinsam genutzt werden. Wenn eine abgefragte Farbe in TrueColor nicht verfügbar ist, wird der Anwendung eine der nächstliegenden Farben zugeteilt. Für Farbwechsel muss also nicht nur einfach die Farbtabelle gewechselt werden, sondern das Bild in den neuen Farben komplett neu generiert werden.

Genau hier liegt der Vorteil von PseudoColor für Anwendungen, die schnelle Farbwechsel benötigen.

 

Um PseudoColor-Anwendungen in TrueColor Umgebungen nutzen zu können gibt es die Möglichkeit von PseudoColor-Overlay. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier.

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